Das Internet ersetzt keine Rechtsberatung !

Ein Hinweis in eigener Sache:

In den vergangenen Wochen kam es ungewohnt gehäuft vor, dass Mandanten vorab versuchten, rechtliche Fragen allein mit Hilfe des Internets zu lösen. Nur wenn z.B. Google keine passende Lösung präsentierte oder das Suchergebnis empfahl, sich doch lieber an einen Rechtsanwalt zu wenden, kam es zu einem Beratungsgespräch. Nicht selten hörte ich dann den Satz: ” … aber im Internet stand …”.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich begrüße ausdrücklich die Initiative zur Selbsthilfe ! Wann immer sich die Gelegenheit bietet, ein eigenes Problem durch eigene Arbeit/Gedanken zu lösen, sollte man die Gelegenheit ergreifen und zur Tat schreiten. Am Ende steht dann ein Ergebnis, für das man sich voller Stolz selbst auf die Schulter klopfen kann, wenn alles glatt lief. Falls nicht, fängt man eben noch einmal von vorn an.

Ob allerdings eine Suchmaschine der geeignete Weg ist, z.B. die Rechtmäßigkeit der Kündigung des Arbeits-, Mietvertrages oder eines Fahrverbotes zu überprüfen, darf aus guten Gründen bezweifelt werden. So gilt im juristischen Bereich der Grundsatz: Es gibt nur selten eine erfolgverprechende zweite Chance. Wenn z.B. eine gesetzliche Frist abgelaufen ist, kann man sich zumeist nicht mit guten Worten herausreden. Auch werden juristisch nicht geschulte Personen in aller Regel nicht durch das Gesetz geschützt - das Recht ist für alle gleich. Sie bekommen durch eine Suchanfrage in aller Regel genau das, was Sie investieren - nichts.

Natürlich bedienen sich auch Juristen des Internets. Allerdings gibt es spezielle juristische Datenbanken, die über das Jahr viele hundert Euro kosten und demtentsprechend umfangreich, aktuell und - das ist besonders wichtig - hinreichend juristisch fundiert sind. Diese Datenbanken dienen als Ergänzug zur juristischen Fachliteratur, die z.T. als Zeitschrift wöchentlich (!) im Briefkasten landet. Nur das Zusammenspiel zwischen guter Ausbildung, Erfahrung und Fortbildung kann dafür sorgen, sich eine qualifizierte einzelfallbezogene Meinung bilden zu können. Dasselbe kann mit wenigen Klicks und umsonst nicht wirklich erwartet werden.

Entscheiden Sie daher selbst: Wenn Sie das Risiko einer Bruchlandung in Kauf nehmen können, weil die Angelegenheit für Sie keine Bedeutung hat, nur zu ! In diesem Fall können Sie nur dazu lernen und wer weiß, vielleicht läuft ja alles gut. Ich drücke Ihnen in jedem Fall beide Daumen. Sollte es allerdings für Sie um wesentliche Dinge gehen, die keine Fehlversuche zulassen, dann greifen Sie zum Telefon und vereinbaren einen Beratungstermin. Auch wenn dieses Gespräch meistens nicht umsonst sein kann: Ein Anwalt kostet weniger als kein Anwalt.

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